Liebe Mitchristen im Pastoralverbund Netpherland!

„Mir fällt ein Stein vom Herzen!“ - eine Redensart, die wir dann brauchen, wenn uns ein Problem belastet hat, vielleicht auch gerade jetzt, in dieser Krisensituation, wenn die Ernsthaftigkeit der Situation entschärft ist.
Mit fällt ein Stein vom Herzen, so mögen auch die Frauen gefühlt haben, als der Engel zu ihnen sagt: „Jesus lebt.“ - Der Stein, ein besonderes Zeichen, das uns in den Ostererzählungen begegnet. – Der Stein, der das Grab ursprünglich geschlossen hält und jetzt weg ist. Der Stein der klar macht: hier ist etwas passiert, es gibt einen Neuanfang, eine Hoffnung!
Konnten die Frauen, die damals zum Grab kamen, der Botschaft des Engels trauen? Oder waren es nur große Worte? Können wir dieser Botschaft heute noch trauen?
Wir bewegen uns hier in der Spanne „ernsthafter Historie“ und „Legendenbildung“. Doch - wenn alles wahr ist, dann sind wir auch heute noch gefordert, so dass Auferstehung spürbar und erfahrbar wird.


ostergruss
Und ich finde Ansätze von Auferstehung auch in unserer Zeit. Sicher manchmal verborgen - im Kleinen - aber immer noch erkennbar. Oft sind es ganz unbedeutende Ereignissen des Alltags, überhaupt keine religiösen Ereignisse. Auferstehung im Kleinen passiert
- da, wo Menschen neu werden wollen
- da, wo sie Aufstehen aus lästigen Gewohnheiten und Abhängigkeiten,
- da, wo man sich gegen Hoffnungslosigkeit stellt und sich innerlich neu motiviert
- da wo Hoffnung geschenkt wird im Dunkel der Alltäglichkeit
- da wo Menschen in diesen Tagen spüren, wir sind nicht allein
- da wo Hilfe zur Tat wird, gerade für die älteren und einsamen Menschen
Leben ist nicht leicht – wir alle wissen das und spüren es in diesen Tagen zutiefst.
Wenn man jung ist mag das – Gott-sei-Dank – oft noch anders empfunden werden. Aber spätestens dann, wenn sich Verantwortungen stellen für die eigene junge Familie, für die Mitarbeiter im Betrieb oder für kranke und alte Angehörige, dann wird Leben anders.
Uns sollte schon bewusst sein, dass es ganz viele Menschen gibt, die auf solche Auferstehungserfahrungen warten, dass einem endlich ein Stein vom Herzen fällt, weil sich etwas verändert und dass man wieder das Gefühl hat, es lohnt sich zu leben. Und gerade unsere Kirche will ein Ort sein, der Auferstehung erfahrbar macht.
Als Glaubende sind wir Menschen, die versuchen, Steine weg zu wälzen. Die Kraft hierzu finden wir, weil wir uns bestärkt wissen durch Jesus Christus, der uns vorangeht und uns verheißen hat, dass alle, die an ihn glauben, mit ihm in Ewigkeit leben werden.
Gerade in diesen Tagen, wo man spürt, der Karfreitag nimmt kein Ende, feiern wir Ostern. Die Natur ersteht zu neuem Leben. Knospen springen auf und fangen an zu blühen. Wir wünschen Ihnen gerade in dieser Krisensituation das Licht von Ostern im Herzen und bleiben Sie gesund!

                                     Für das Pastoralteam
                                                                 Werner Wegener, Pfarrer

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